Reise nach San Remo an die italienische Riviera
San Remo ist ein italienischer Kurort an der Riviera di Ponente in Ligurien, der in einer großen Bucht zwischen Capo Nero und Capo Verde etwa 20 Kilometer von der französischen Grenze entfernt liegt. Für die Stadt findet man als Schreibung sowohl Sanremo als auch San Remo. Knapp 57.000 Menschen leben hier. Seit fast 150 Jahren ist San Remo einer der beliebtesten Urlaubsorte an der Riviera.
Man kann sich der Stadt auf mehreren Wegen nähern. Aus Richtung Norden ist die Fahrt über den Tenda Pass bei Colle di Tenda an der italienisch-französischen Grenze sehr interessant und landschaftlich reizvoll. Eine andere Möglichkeit wäre die alte Römerstraße Via Aurelia, von der man eine herrliche Aussicht auf die Küstenregion hat. Wenn man in Sanremo angekommen ist, stellt man fest, dass die Stadt eine wunderschöne Lage direkt an der Küste hat. Die Bergwelt der Alpen bildet ein großartiges Panorama, das auf der anderen Seite, wenn man sich um 180 Grad dreht, komplett anders aussieht. Hier blickt man nämlich über das Meer.
San Remo hat als Touristenmagnet auch klimatisch gut Voraussetzungen. Es ist im Großen und Ganzen mediterran oder anders gesagt eben typisch für das Mittelmeer. Die Sommermonate sind trocken und warm. Die Tagestemperaturen können im Juni, Juli, August und September leicht über 25 Grad liegen und sogar bis zu 30 Grad sind möglich. In den Wintermonaten geht die Tagestemperatur auf rund 12 bis 13 Grad zurück und sinkt nachts um etwa fünf Grad. Mit dem meisten Niederschlag muss man in San Remo von Oktober bis Dezember rechnen. Dann sind etwa sieben bis zehn Tage Regen pro Monat möglich. Deshalb lautet die genau Bezeichnung für das Klima in San Remo auch Winterregenklima. Der normale Durchschnitt liegt bei etwa fünf bis sechs Regentagen pro Monat. Bei Wassertemperaturen von 20 bis 25 Grad im Sommer ist klar, dass dann viele Touristen zum Baden nach San Remo kommen.
Das günstige Klima lockt aber nicht nur Menschen hierher. San Remo ist nämlich auch die Hauptstadt der Riviera dei Fiori und wird auch die Blumenstadt genannt. In zahlreichen Gärten erstrahlen zur Blütezeit die ausgefallensten einheimischen bzw. auch exotische Pflanzen in den prächtigsten Farben. Zentrum von San Remo ist der langgestreckte Hafen mit seiner charakteristischen Form und den vielen Bootsanlegern. Herz des Hafen ist die Piazza Bresca. Das Stadtbild wird neben dem Hafen von der Festung Santa Tecla dominiert, die in der Mitte des 18. Jahrhunderts von den Genuesern errichtet wurde und eines der am besten erhaltenen Beispiele ligurischer Militärarchitektur ist. Ihre Funktion als Gefängnis hat sie mittlerweile verloren.
In der Mitte der Stadt befindet sich ziemlich zentral die Piazza Eroi Sanremesi, die als verkehrsreicher Platz die Neustadt mit der Altstadt von San Remo verbindet. Dort, in der Altstadt, fühlt man sich wie im Mittelalter, denn die Häuser stehen dicht und hoch am Hügel, es gibt ein verwinkeltes Gewirr an engen Gassen, überdachte Durchgänge und kleine Plätze. Auf der Piazza Eroi Sanremesi steht der Torre della Ciapela, der im 16. Jahrhundert mit dicken Mauern zur Abwehr gegen Seeräuber errichtet wurde und später auch Teil der Stadtmauer von San Remo war.
Aus touristischer Sicht ist das Casino sehr interessant, das 1905 gebaut wurde auf zahllose, nicht nur adelige Persönlichkeiten eine besondere Anziehungskraft ausübt. Es ist manchmal auch Veranstaltungsort wie zum Beispiel für das San Remo Musikfestival. Dieses Festival ist in Italien sehr populär und das ist wiederum der Grund, warum Italien schon lange nicht mehr bei Eurovision Song Contest vertreten ist. Das Gebäude des Casinos prägt neben vielen anderen Bauten wie Hotels und Villen das Gesicht von San Remo im Jugendstil der „belle epoque“. Da im 19. Jahrhundert so viele Hotels und andere Gebäude für den touristischen Betrieb gebaut wurden, haben einige davon heute andere Funktionen, weil sie für ihren eigentlichen Zweck nicht mehr gebraucht wurden.
Zu dieser Zeit lebten erstaunlicherweise sehr viele Russen in San Remo, die sich mit der prächtigen Russisch-Orthodoxen Kirche einen wahrlich meisterhaften Sakralbau geschaffen haben. Ursache für die russische Zuwanderung war ein Besuch der Zarin Maria Alexandrovna, die so begeistert von ihrem Urlaub an der italienischen Riviera gewesen sein muss, dass sich viele ihrer Landsleute ebenfalls auf den Weg nach Italien gemacht haben. Viele von ihnen sind dann offensichtlich in San Remo geblieben. Im öffentlich zugänglichen Palast piano nobile der Familie Borea ist das Stadtmuseum von San Remo untergebracht.
San Remo ist einer der Orte an der italienischen Riviera, die sich wie an einer Perlenschnur an der Mittelmeerküste entlang ziehen. Die herrliche Lage und die Eigenarten der Stadt machen sie besonders sehenswert.
