Der Comer See zwischen den Alpen und Mailand

Piazza Cavour in Como
Blick auf den Platz Piazza Cavour in Como

In der Lombardei in Oberitalien liegt der drittgrößte See des Landes, der Comer See, zumindest was seine Fläche von 146 km² betrifft. Bei der Uferlinie von 170 Kilometern Länge übertrifft er den Lago Maggiore und den Gardasee um einiges. Und diese Tatsache verdankt der See seinem besonderen Aussehen, denn er liegt auf der Alpensüdseite im Übergang zur Poebene, in der sich die Großstadt Mailand befindet. Der Comer See, oder Lario, wie die Einheimischen ihn nennen, liegt von Bergen umgeben in einem Becken, das der ehemalige Addagletscher in den Schweizer Alpen geformt hat. Genauer gesagt ist es nicht nur ein Becken, denn der See hat die Form eines umgedrehten "Y".

Die Stadt Como mit ihren über 80.000 Einwohnern hat dem See ihren Namen gegeben und liegt am Ende des Westlichen Zipfels dieses "Ys". Auf der anderen Seite am südwestlichen Ausläufer des Sees liegt Lecco mit ungefähr 47.000 Einwohnern. Gera Lario am nördlichen Ende des Comer Sees ist im Vergleich zu Como und Lecco wirklich winzig. Dort leben gerade einmal rund 1.000 Einwohner. Damit wäre Ausgangslage für touristische Aktivitäten klar, jedenfalls fast. Dort, wo sich der Comer See in zwei Arme teilt, liegt Bellagio, das aus touristischer Sicht wohl einzigartig liegt, nämlich auf einer Landzunge, die in den See hineinragt.

Auch das milde, mediterrane Klima auf der Alpensüdseite hat dazu beigetragen, dass sich der Comer See zu einem beliebten Urlaubsort entwickelt hat. Bei Wikipedia kann man lesen, dass sogar einige prominente Hollywood-Schauspieler hier Feriendomizile haben. In den Sommermonaten knackt die Region um den Comer See leicht die 30 Grad und es bleibt bis in den Oktober noch angenehm warm. Im Winter gehen die Temperaturen zwar in den einstelligen Bereich, Frost und Schnee sind jedoch eher selten. Das mag den einen freuen, der andere könnte sich Weihnachten oder Silvester in dieser Kulisse mit Schnee und Eis sicherlich schön vorstellen.


Stilvolle Hotels, Ferienwohnungen und Ferienhäuser gibt es jedenfalls reichlich am Comer See. Dabei gilt wie immer: "Der frühe Vogel fängt den Wurm." Von so einer Unterkunft aus kann man bequem die mittelalterlich anmutenden Orte der Gegend erkunden. Como zum Beispiel geht auf römischen Ursprung zurück und spielte in der Geschichte eine nicht unbedeutende Rolle. Durch die facettenreiche Geschichte kann die Region um den Comer See mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aufwarten. Der Dom von Como stammt aus dem ausgehenden 14. Jahrhundert. Weil zu dieser Zeit der deutsche Einfluss in der Baukunst in diesem Teil Italiens größer war, wurde der Bau im gotischen Stil errichtet und nicht wie sonst für Italien typisch im Stil der Renaissance. Außerdem ist in Como die mittelalterliche Stadtmauer erhalten und hier und da erkennt man noch Zeugen der einstigen Seidenproduktion.

Bei der Ortschaft Tremezzo leuchtet die Villa Carlotta wie ein Märchenschloss über den See. Sie gehörte einst dem reichen Mailänder Bankier und lombardischen Senatspräsidenten Marchese Giorgio Clerici, der sie im Jahr 1747 erbauen ließ. Ein Park, in dem im Frühling Azaleen und Rhododendren blühen, beherbergt heute die Villa, die wiederum eine Kunstausstellung beherbergt. Hübsche Cafes und Restaurants laden zum Verweilen ein und verwöhnen den touristischen Gaumen einheimischen Spezialitäten.

Die Gemeinde Gravedonna am nördlichen Ufer des Sees ist durch ihre Kirchen und den Renaissance Palast, der ein architektonisches Gegenstück zum Dom in Como darstellt, besonders sehenswert. Neben dem historischen Ortskern von Aregno gibt es dort eine Seilbahn, mit der man auf das Hochrelief hinauffahren kann, von wo man eine fantastische Sicht über den See hat.

Wer weiterhin gen Himmel strebt kann den "Heiligen Berg" Sacro Monte in Ossuccio besuchen, das seit einigen Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe zählt und wo sich eine Wallfahrtsstätte aus dem 17. Jahrhundert befindet. Wanderwege über die anderen Berge in der Umgebung des Comer Sees bieten Aktivurlaubern gute Möglichkeiten. Und wer nicht um den ganzen See zurück laufen möchte, nimmt eines der zahlreichen Schiffe wie zum Beispiel die Tragflächenboote, mit denen man bequem und schnell von einem Ufer ans andere kommen kann.